Chirurgie der peripheren Nerven

Diese Chirurgie erfordert neben besonders genauen anatomischen und funktionellen Kenntnissen auch die Fertigkeiten der Mikrochirurgie.

Bei einer Brachialisparese (Armlähmung) besteht eine komplette oder teilweise Gebrauchsunfähigkeit der betroffenen Extremität. Auch im Rahmen des Geburtsvorganges kann es beim Kind zu Verletzungen des Nervengeflechtes im Schulter-/Halsbereich kommen.

Das Ziel der Operation ist die Wiederherstellung der Gebrauchsfähigkeit. Je nach Ausmaß und Zeitpunkt der Versorgung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.
Einerseits kann die Wiederherstellung der Nervengeflechte bei Defektverletzungen durch mikrochirurgische Naht (Verwendung eines Operationsmikroskopes) der verletzten Nervenenden oder durch Nervenverpflanzung erfolgen. Falls dies nicht mehr möglich ist, kann andererseits durch motorische Ersatzoperationen, d.h. Umlagerung oder Transplantation von Muskeln oder Sehnen die Beweglichkeit oder Stellung der Extremität in einem bestimmten Ausmaß verbessert werden.

Zu diesem Teilgebiet der Rekonstruktiven Chirurgie gehört auch die Entfernung von Nerventumoren und die operative Behandlung von Nervenkompressionssyndromen ("Nerveneinklemmungen", z.B. Karpaltunnelsyndrom).