Einheitliche Standards bei ästhetischen Eingriffen sollen auch in Europa gelten

04.02.2014

Dafür spricht sich der Vorstand der österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie aus. Damit steht die Fachgesellschaft - Vorreiter in Sachen ästhetische Qualität - im Widerspruch zur österreichischen Ärztekammer.

„Wir befürworten europäische einheitliche Standards bei ästhetischen Eingriffen“, so Dr. Walther Jungwirth, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC). Mit diesen Standards des Europäischen Komitees für Normung (CEN) in Brüssel soll künftig in ganz Europa gewährleistet werden, dass die räumliche Ausstattung wie die Hygienemaßnahmen und die fachliche Kompetenz standardisiert sind. „Das ist der beste standardisierte Schutz, den wir als ärztliche Fachgesellschaft Patientinnen und Patienten mitgeben können, die derartige Eingriffe im Ausland vornehmen lassen“, erklärt der Präsident der ÖGPÄRC.

Dr. Jungwirth verweist damit auf die Initiative seines Vorgängers Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner, der in seiner Präsidentschaft gemeinsam mit seinem Kollegen Prim. Dr. Johann Umschaden seit 2010 an Standards arbeitet. „Gerade jetzt, nachdem es in Österreich ein sehr strenges Gesetz gibt, wäre es umso wichtiger, dass auch für das übrige Europa einheitliche Richtlinien vorhanden sind. Viele Patienten fahren für Operationen in die angrenzenden Ostblockländer, weil dort an Qualität gespart wird und Operationen daher günstiger angeboten werden können. Wenn es Komplikationen gibt, müssen diese dann meist in Österreich behoben werden und können zur Kostenfalle für den Patienten werden. Einheitliche Qualitätskriterien würden dieses Problem lösen“, so Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner, Vorstandsmitglied der österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. 

 

Individuelle Medizin ist stets die Basis der chirurgisch-ästhetischen Medizin

Die Normen legen im Übrigen nicht fest, wie eine Behandlung oder eine Operation vom jeweiligen Arzt durchgeführt werden muss, sondern unter welchen Voraussetzungen (personell, räumlich, hygienisch, etc.) dies geschehen soll. „Jede Form von ärztlichem Know-how bleibt somit stets Grundbaustein unser aller ärztlichen Handelns und Tuns. Das Vertrauensverhältnis zwischen behandelndem Arzt und den Patienten wird durch sachliche und genormte Voraussetzungen nur weiter auf eine sichere und überprüf-bare Basis gestellt", so Dr. Walther Jungwirth.

  

Europäisches Komitee für Normung (CEN)

Nachdem sich die ÖGPÄRC bereits 2010 freiwillig Qualitätsleitlinien, die ästhetisch-operative Eingriffe an Patienten regeln, erarbeitet hat, wurde im gleichen Jahr beim Österreichischen Standardinstitut das Normungsprojekt EN16372 Aesthetic Surgery Services (Dienstleistungen in der ästhetischen Chirurgie) eingebracht. Ziel dieses Normungsprojektes ist die Festlegung von Mindeststandards bei sämtlichen Patientenkontakten im Zusammenhang mit plastisch-ästhetischen Operationen und plastisch-ästhetischen Behandlungen. Oberstes Gebot ist eine Qualitätssteigerung und Qualitätskontrolle zur Verbesserung der Patientensicherheit. „Eine Steigerung der Patientenzufriedenheit und die Verringerung von postoperativen Beschwerden und Komplikationen sind als Folge zu erwarten“, erklärt Dr. Walther Jungwirth.

 

Normungsprojekt für ästhetische Chirurgie aus Expertenhand

Nicht nur Vertreter von großen internationalen Organisationen wie der IPRAS und IQUAM, sowie Konsumentenschutzorganisationen haben bei der Erstellung der Richtlinien mitgewirkt, sondern auch Spezialisten aus 22 verschiedenen europäischen Ländern haben am Normungsprojekt für ästhetische Chirurgie ihre umfangreichen wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungen einfließen lassen. Diese Experten gelten in ihren Heimatländern als führende Mediziner aus dem Bereich plastisch-ästhetische Chirurgie, HNO, Dermatologie, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Allgemeinchirurgie bis hin zu Allgemeinmedizin.

 

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