1999-2001: Univ. Prof. Dr. Peter Kompatscher
1.) Welche Aufgaben, Schritte und Maßnahmen waren während Ihrer Präsidentschaft wesentlich?
Zentrales Bemühen war die Internationalisierung unserer Gesellschaft und der Ausbau der diesbezüglichen Kontakte. Zusätzlich stand die Öffentlichkeitsarbeit zur Profilierung unseres Faches im Vordergrund. Spannend gestalteten sich aber auch die Bemühungen, die Gesellschaft und ihre Mitglieder nach innen zu harmonisieren, es wurden entsprechende ethische Vorgaben erarbeitet.
2.) Was waren die Meilensteine der Plastischen Chirurgie in Ihrer Periode?
Führung, Positionierung und Stabilisierung der Gesellschaft für Plastische Chirurgie im neuen Jahrtausend, die Unterstützung der UEMS im Rahmen der europäischen Facharztprüfung und die nationale Umsetzung der diesbezüglichen Vorgaben über die EBOPRAS.
3.) Welche Position hat die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie innerhalb der Medizin damals wie heute?
Durch die vermehrte Inanspruchnahme unserer neuen Techniken und aufwändigen Operationsverfahren im Sinne von Spitzenleistungen in der Gesundheitsversorgung ist die Plastische Chirurgie mittlerweile uneingeschränkt anerkannt.
In den letzten Jahren hat, durch die Bereitstellung dieser Verfahren auch als Dienstleistung für verschiedene andere Fachrichtungen, die Wertigkeit und Notwendigkeit unseres Fache in öffentlichen Strukturen stark zugenommen und sich diesbezüglich noch mehr stabilisiert.
4.) Wie wird Ihrer Meinung nach die Zukunft des Faches in den nächsten zehn Jahren aussehen?
In den nächsten zehn Jahren wird zu diskutieren sein, ob eine derzeit gesundheitspolitisch nutzlose Chirurgie, wie die reine Ästhetische Chirurgie, ausschließlich als kommerzieller Vorgang im Sinne einer wunschorientierten „life style Erscheinung“ zu gelten hat oder wer sie auch als medizinische Behandlung wann und wo unter dem Dach des Solidarprinzipes durchführen darf. Soziokulturelle Einflüsse und Entwicklungen werden wahrscheinlich zwingend erfordern, sich dieser Problematik zu stellen.
Standespolitisch – auf universitärer Ausbildungsebene – müssen in der Plastischen Chirurgie entsprechende Anstrengungen unternommen werden, unsere diesbezüglich bekannten Fähigkeiten zu vertiefen, anzubieten und nachfolgend kompetenzbezogen auch legistisch würdigen zu lassen.
