1995-1997 Univ. Prof. Dr. Heribert Hussl
1.) Welche Aufgaben, Schritte und Maßnahmen waren währen Ihrer Präsidentenschaft wesentlich ?
Während meiner Präsidentschaft (1995-1997 ) wurde viel daran gearbeitet, der Plastischen Chirurgie ein prägnantes Profil zu geben und dies auch in der Öffentlichkeit entsprechend wirkungsvoller darzustellen, was durch professionelle PR Aktivitäten unterstützt wurde, beispielsweise durch die Herausgabe einer Broschüre für das Fachgebiet der Plastischen Chirurgie, durch vermehrte Medienpräsenz usw.
2.) Was waren die Meilensteine der Plastischen Chirurgie in Ihrer Periode?
Stärkung des Faches nach außen und Verbesserung der Qualität durch Schaffung eines Forbildungsreferates sowie Neufassung eines Lehr- und Lernzielkataloges und des Rasterzeugnisses sowie vermehrte Einbindung in die europäischen Aktivitäten (EQAM, UEMS, EBOPRAS).
3.) Welche Position hat die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie innerhalb der Medizin damals wie heute?
Die Plastische Chirurgie hat sich als selbständiges Fach gegenüber anderen Disziplinen deutlich abgesetzt und hat durch Innovationen und technische Weiterentwicklungen auf vielen Gebieten eine sehr gute, angesehene Position erreicht, die wir vehement behaupten müsssen.
4.) Wie wird Ihrer Meinung nach die Zukunft des Faches in den nächsten zehn Jahren aussehen?
Andere Fachrichtungen haben die neuen technischen Errungenschaften der Plastischen Chirugie für sich in Anspruch genommen und können dieses Wissen sehr geschickt für ihre eigenen Behandlungsmethoden einsetzen - oft ohne Mithilfe eines Plastischen Chirurgen. Wir müssen selbst sehr an uns arbeiten, die Rekonstruktive Chirurgie, welche oft sehr arbeitsintensiv ist, weiter für uns in Anspruch nehmen zu können. Die Ästhetische Chirurgie, die wir standespolitisch natürlich der Plastischen Chirurgie zugehörig sehen, wird auch von vielen anderen Fachrichtungen mehr oder weniger gut angeboten. Wir müssen gemeinsam große Anstrengungen unternehmen, um die Plastische Chirurgie nicht ganz in die kommerzorientierte Schiene abgleiten zu lassen und damit die Identität unseres Faches zu gefährden oder ganz zu verlieren.
