Wenn Narben auch Wundmale der Seele sind

19.02.2008

Ebenmäßige, intakte Haut wird in der
westlichen Welt als schön empfunden,
wogegen Narben häufig als funktioneller und
ästhetischer Makel empfunden werden, der
vielen Menschen schwer auf der Seele lastet.
Die professionelle Behandlung von Wunden
und später auch von Narben mit den
modernen Methoden der plastischen,
ästhetischen und rekonstruktiven Chirurgie
kann helfen, psychische Belastungen zu
lindern oder sogar zu beseitigen. Um eine
Verbesserung des Hautzustandes zu
erzielen, rät die Österreichische Gesellschaft
für Plastische, Ästhetische und
Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) zu
größter Sorgfalt bei der Wahl der
Behandlungsmethode und des Arztes.


Das größte Organ des menschlichen Körpers
ist die Haut. Sie übernimmt wichtige
physische Aufgaben, wie zum Beispiel die
Regulierung der Körpertemperatur, den
Schutz vor Keimen und Austrocknung oder
einen Teil der Atmung. Daneben erfüllt sie
die Funktion der Begrenzung des Körpers
und ist häufig ein Spiegel des
gesundheitlichen und seelischen Zustandes
des Menschen. Damit hat sie auch enormen
Einfluss auf das psychische Wohlbefinden
einer Person.

Intakte Haut garantiert Lebensqualität
Das Leben hinterlässt am menschlichen
Körper unvermeidlich seine Spuren. Die
Pubertät mit ihrer Akne, Krankheiten und
Verletzungen durch Unfälle oder
Verbrennungen können zur Bildung von
Narben führen, die funktionelle oder
ästhetische Beeinträchtigungen nach sich
ziehen. Prim. Prof. Dr. Maria Deutinger,
Vorstand der Abteilung für Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie, KA
Rudolfstiftung in Wien und Präsidentin der
Österreichischen Gesellschaft für Plastische
Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie,
erläutert: “Gerade im Gesicht, das vielen
Menschen als Spiegel der Persönlichkeit gilt,
werden Narben häufig als sehr störend und
problematisch empfunden. Die subjektiv oft
als Entstellung wahrgenommene Narbe kann
zu schweren psychischen Beeinträchtigungen
bis hin zur Depression führen. Hier kann ein
plastischer Eingriff gute Ergebnisse erzielen
und somit die Genesung der PatientIn
unterstützen.“ Neben ästhetischen
Problemen kann vernarbtes Gewebe aber
auch zu massiven funktionellen Störungen
führen, da beispielsweise die Dehnbarkeit
der Haut über den Gelenken eingeschränkt
wird.

Expertise und Erfahrung führen zu
optimalen Ergebnissen

Der Hergang des Ereignisses, das zur
Narbenbildung führte, die Schwere der
Verletzung und Zeitpunkt wie Qualität der
Wundversorgung sind entscheidend für die
Art der Narbenbildung. Bleiben am Ende der
Wundheilung Narben zurück, die zu den
erwähnten ästhetischen, funktionalen und
psychischen Problemen führen, kann das
Aussehen der Narben mit verschiedenen
chirurgischen Verfahren verbessert werden.
Oberarzt Dr. Alexander Siegl, Facharzt für
Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive
Chirurgie an der KA Rudolfstiftung, dazu:“
Ein plastischer Eingriff kann die Narbe zwar
nicht vollständig entfernen, kann aber den
Zustand der Haut erheblich verbessern. Um
dies zu erreichen, werden verschiedene
Verfahren eingesetzt, um die Narben so
unauffällig wie möglich zu machen. Von
großer Bedeutung für die Qualität der
Behandlung ist die Qualifikation der
behandelnden ÄrztIn. Um keine bösen
Überraschungen zu erleben, sollten die
PatientInnen hier besonders auf Ausbildung,
Erfahrung und Güte der Arbeit der
MedizinerIn achten.“

Hotline für unzufriedene PatientInnen
Prof. Deutinger ergänzt: „Eine FachärztIn für
Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive
Chirurgie hat eine lange, intensive und
qualitativ hochwertige Ausbildung absolviert
und verfügt über die notwendige Erfahrung,
eine derart sensible Operation zur
Zufriedenheit der PatientInnen und nach
neuesten medizinischen Standards durch
zuführen. Leider gibt es immer wieder
PatientInnen, die mit dem Ergebnis ihres
plastisch-ästhetischen Eingriffes nicht
zufrieden sind. Die ÖGPÄRC bietet für solche
Fälle das Service einer Hotline an, an die sich
Betroffene wenden können, wenn sie Rat und
Hilfe suchen.“

Entstehung von Narben
Wird bei einer Verletzung der menschlichen
Haut nicht nur die Oberhaut sondern auch
die Lederhaut beschädigt kommt es am Ende
der Wundheilung zur Bildung von Narben.
Umfang, Form und Farbe einer Narbe hängen
von verschiedenen Faktoren ab. Dazu
gehören Ort, Größe und Art der Wunde,
Wundbehandlung und -hygiene, das Alter
und erbliche Faktoren. Je jünger ein Mensch
ist, desto schneller und besser heilen
Wunden.

Moderne maßgeschneiderte
Behandlungstechniken

Die moderne Medizin verfügt über eine große
Bandbreite von Therapieformen, die je nach
Art und Ausbildung des Narbengewebes
angewendet wird.
Prof. Deutiger dazu: „Zwischen ÄrztIn und
PatientIn muss ein fundiertes
Vertrauensverhältnis bestehen. Vor jeder
Operation sollte gemeinsam die passende
Behandlungsmethode für die
Narbenkorrektur und die nötige
Nachbehandlung ausgewählt werden. Das ist
Teil einer seriösen und umfassenden
Therapie.“

In milden Fällen können spezielle
Narbensalben oder –pflaster die Ausbildung
von Narbenwülsten verhindern und das
Gewebe weich erhalten. Speziell für
Aknenarben gibt es die Möglichkeit von
chemischen Peelings, die die oberste
Hautschicht verätzen und die Bildung neuer
Haut fördern. Liegt die Narbe nicht im Niveau
der Haut, kann sie mittels Dermabrasion
geglättet werden. Dabei wird mit einem
hoch-frequenten Schleifgerät die oberste
Hautschicht entfernt. Die die Narbe wird
damit jedoch nicht völlig unsichtbar
gemacht. Auch Pigmenteinsprengungen
können mittels Laser entfernt werden.
Schließlich besteht die Möglichkeit
Narbengewebe mit Kollagen oder
Hyaluronsäure zu unterspritzen und damit
Unebenheiten auszugleichen. Da Kollagen
vom Körper resorbiert wird ist diese
Behandlung aber nicht dauerhaft und muss
laufend wiederholt werden. Eine invasivere
Methode ist ein Herausschneiden der alten
Narbe und das neuerliche Nähen. Zur
Versorgung größerer Narbenbereiche können
Hauttransplantationen und Lappenplastiken
erforderlich sein.




ÖGPÄRC
Hotline der Gesellschaft:
Tel.: 0820 820 600
Website der Gesellschaft:
www.plastischechirurgie.org



Presserückfragen
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