Feuer: Quell des Lebens und zerstörerische Urkraft

19.02.2008

Feuer: Quell des Lebens und zerstörerische Urkraft
Wissenswertes über Brandunfälle


Wien, 12. Februar 2008. Denkt man an Feuer, fällt einem vielleicht der flackernde Kamin, der wohlige Wärme verbreitet, ein. Oder Kerzenschein, der die Dunkelheit vertreibt. Bereits vor 8000.000 Jahren hat sich der Mensch das Feuer zu Nutzen gemacht. Heizen und Kochen sind nur einige der Dinge, die ohne Feuer unvorstellbar wären. Doch gerade jüngste Ereignisse zeigen, welche Gefahr die Urkraft Feuer in sich bergen kann.

Ein Seniorenheim im Bregenzerwald hatte sich in eine Todesfalle aus Flammen und Rauch verwandelt, in der elf Menschen ihr Leben verloren. Der Zustand weiterer Bewohner ist nach wie vor kritisch.
Der jüngste Brand am Dienstag Früh in einem Hotel in Saalbach-Hinterglemm fällt vergleichsweise glimpflich aus, 4 Personen müssen wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt werden.
Die zerstörerische Kraft des Feuers fordert in Österreich jährlich 40 bis 50 Menschenleben, täglich passieren dutzende Brandunfälle mit mehr oder weniger schwer Verletzten.

Schnelle Behandlung kann Folgeschäden verhindern
Je nach Ausmaß der Verletzung unterscheidet man zwischen Verbrennungen ersten, zweiten und dritten Grades. „Für die Schwere der Verbrennung ist nicht nur der Grad der Verbrennung, sondern auch die Größe der betroffenen Stelle von entscheidender Bedeutung“, präzisiert Doz. Dr. Lars-Peter Kamolz, Plastischer Chirurg auf der Intensivstation für Brandverletzte am AKH Wien. „Die Bestimmung des Schweregrades der Brandwunde ist für die nachfolgende Behandlung von größter Wichtigkeit. Je nach Tiefe der Verletzung bedarf es einer tiefenspezifischen Behandlung, daher sollte die exakte Tiefenbestimmung nur von einem Arzt vorgenommen werden, der Erfahrung mit Brandverletzungen und deren Einstufung hat“, führt Dr. Kamolz weiter aus.

Lebensbedrohlich wird die Situation dann, wenn eine Verbrennungstiefe zweiten oder dritten Grades und eine Fläche von mehr als 20 Prozent bei Erwachsenen, 10 Prozent bei Kindern und 5 Prozent bei Säuglingen vorliegt. Je schneller und professioneller die Erstversorgung nach Brandunfällen erfolgt, desto geringer können Folgeschäden gehalten werden.

Zentrum für Schwerbrandverletzte in Wien
Im Falle eines Brandunfalls muss der Patient schnellstmöglich aus der Gefahrenzone gebracht werden. Eine sofortige Kühlung der betroffenen Stellen, beispielsweise mit Wasser, lindert die Schmerzen. Bei einer größeren Verbrennung zweiten Grades müssen die Rettung oder der Notarzt alarmiert werden, die den Patienten gegebenenfalls in ein Brandverletzten-Zentrum überstellen, wo die bestmögliche medizinische Versorgung garantiert werden kann.
Das größte Brandverletzten-Zentrum Österreichs ist das Zentrum für Schwerbrandverletzte in Wien. Rund 200 schwer brandverletzte Patienten werden pro Jahr stationär behandelt. Modernste chirurgische Verfahren, beispielsweise Hautzüchtung und künstlicher Hautersatz, werden neben der spezifischen Intensivtherapie eingesetzt. Ein unverzichtbares Instrument bei der Behandlung von Brandverletzten stellt am Wiener Zentrum der Einsatz von gezüchteter Haut (Keratinozyten) dar. In den letzten 10 Jahren wurden rund 400 brandverletzte Patienten mit selbst gezüchteter Haut behandelt. Insgesamt wurde eine Summe von mehr als 5.000 gezüchteten Transplantaten verwendet, was einer Gesamtfläche von 56 m2 entspricht.

Besonders oft sind es Kinder, die von dieser Möglichkeit des Hautersatzes profitieren, denn sie zählen zu den häufigsten Verbrennungsopfern. Meist sind es Verbrühungen mit heißen Flüssigkeiten, die zu derart starken Verletzungen der Haut führen. Denn was viele nicht wissen: Bereits durch den heißen Inhalt einer Tasse können sich Kleinkinder 30% ihrer Körperoberfläche verbrühen – schon 15% führen jedoch zu einer lebensbedrohlichen Situation. Die chirurgische Entfernung der verbrannten Areale und die Deckung mit gezüchteter Haut führt zu einem besseren kosmetischen Ergebnis, außerdem kann dem Patienten die schmerzhafte Hautentnahme erspart bleiben.

Broschüre von AKH und KfV: „Verbrennungen: Prävention und Erste Hilfe“
Um besser über die Gefahren von Feuer, Strom und heißen Flüssigkeiten aufzuklären, haben die Intensivstation für Brandverletzte im AKH Wien, die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und das KfV gemeinsam die Broschüre „Verbrennungen: Prävention und Erste Hilfe“ verfasst. Auf 16 Seiten gibt es jede Menge Sicherheitstipps zu den Themen brandfreie Hausarbeit, Grillen, Gefahrenquelle Strom und offenes Feuer während der Advents- und Weihnachtszeit. Speziell für Eltern gibt es die Rubrik „Gut zu wissen – wenn Kinder im Haushalt leben“.

Sollte es doch einmal zu einem Unfall kommen, sind auf den letzten vier Seiten der Broschüre Hinweise zur richtigen Erstversorgung von Brandverletzten zu finden. Die Broschüre wird vom KfV bei Events und Aktionen verteilt, außerdem ist sie in zahlreichen Krankenhäusern Österreichs und den Einrichtungen des Fonds Soziales Wien erhältlich.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich den Ratgeber
www.kfv.at
oder auf www.brandverletzt.info
herunterzuladen.

Die Broschüre kann außerdem über die folgende email-Adresse bestellt werden unter
brandverletzt@gmail.com


Rückfragehinweis AKH:
Priv.- Doz. Dr. Lars-Peter Kamolz, Intensivstation für Brandverletzte, Abteilung für Wiederherstellende und Plastische Chirurgie, Universitätsklinik für Chirurgie, Medizinische Universität Wien

o.Univ. Prof. Dr. Manfred Frey, Leiter der Abteilung für Wiederherstellende und Plastische Chirurgie, Universitätsklinik für Chirurgie, Medizinische Universität Wien

Tel.: +43 1 40400 6986,
lars-peter.kamolz@meduniwien.ac.at


Fischill PR, Tel: 01/408 68 24, o
ffice@fischill.at,
www.fischill.at

Download: PDF Text als Download (81433 KB)
Kontakt: brandverletzt@gmail.com
Webseite: www.brandverletzt.info

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