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Österreichische Gesellschaft für Plastische Chirurgie beschließt Ethik-Kodex

03.11.2011

Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) ruft einen für die Mitglieder verpflichtenden Ethik-Kodex ins Leben. Dieser soll im Interesse der Patienten und Patientinnen das Verhalten der Fachärzte in den Medien bzw. in Werbung, PR und Marketing regeln. Das Ziel ist es, irreführende Informationen zu vermeiden.

Das Fach der Plastischen Chirurgie - und hier vor allem der Bereich der Ästhetischen Chirurgie – ist in den vergangenen Jahren zunehmend ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Im Bereich der Berichterstattung über ästhetische Eingriffe führte diese Entwicklung auch zu einer Zunahme der medialen Präsenz von Plastischen Chirurgen und der diversen Behandlungsmethoden. Prim. Dr. Thomas Hintringer, Leiter der Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz und Präsident der ÖGPÄRC: „Die ÖGPÄRC begrüßt fachlich korrekte und seriöse Berichterstattung über Ästhetische Chirurgie, da diese Medienberichte aufklärend wirken und Patienten häufig als Orientierungshilfe dienen. Dabei dürfen aber nie die Würde der Patienten und Patientinnen verletzt oder zweifelhafte Behandlungs- oder Operationsindikationen beworben werden. Das schadet unseren Patienten und Patientinnen und nicht zuletzt auch dem Ansehen unseres Faches.“

Schutz des Patienten im Fokus
Zum Missfallen der Gesellschaft kam es in der Vergangenheit jedoch immer wieder zu Auswüchsen wie der medialen Verlosung von Schönheits-OPs, Doku-Soaps, reißerischen Berichten über ästhetische Eingriffe oder falschen und irreführenden Aussagen über diverse Eingriffe. Um sich von diesem Missstand zu distanzieren bzw. diesen einzudämmen, hat die ÖGPÄRC nun aus freiem Antrieb einen Ethik-Kodex erstellt. Frau Dr. Elisabeth Zanon, niedergelassene Fachärztin für Plastische Chirurgie, Vorstandsmitglied der ÖGPÄRC und Mitherausgeberin des Ethik-Kodex, zur Motivation diesen Kodex zu erstellen: “Wir Plastischen Chirurgen und Chirurginnen sehen uns als seriöse Mediziner, die die Wiederherstellung der Gesundheit unserer Patienten und PatientInnen im Sinn der Grundregeln der WHO als ihre Aufgabe betrachten. Das bedeutet, dass es die Kernaufgabe eines Arztes ist, das physische, psychische und soziale Wohlbefinden des Patienten oder der Patientin wiederherzustellen. Um unsere Patienten und Patientinnen zu schützen und die Einhaltung unserer Ansprüche an ethisches Handeln sicherzustellen, haben wir nun einen Ethik-Kodex erarbeitet, der für unsere Mitglieder verpflichtend ist. Damit sollen falsche, täuschende und irreführende Aussagen und Verhaltensweisen in Werbung, PR und Marketing unterbunden werden.“

Ja! zu seriöser Information
Der Ethik-Kodex regelt das Verhalten der Mitglieder der ÖGPÄRC im Bereich von Werbung, PR und Marketing und muss von allen Fachärzten der Gesellschaft unterzeichnet und eingehalten werden. Zuwiderhandeln wird sanktioniert und hat im schlimmsten Fall den Ausschluss aus der Gesellschaft zur Folge.


Konkret untersagt die Vereinbarung:

• irreführende Werbung und die Verwendung von geschönten oder retuschierten Bildern in Infomaterial, die unrealistische Vorstellungen generieren,
• das Beschönigen der Nebenwirkungen von Eingriffen,
• marktschreierische Äußerungen,
• das Anbieten von nichtkostendeckenden Leistungen oder Sonderangeboten,
• das Versteigern oder Verlosen von Schönheits OPs,
• das Abhalten von Veranstaltungen wie „Botox-Parties“ außerhalb dafür eingerichteter und legaler Eingriffsräume,
• das Auflegen von Gutscheinen für ästhetische Eingriffe und
• das Bewerben von Schönheits-OPs oder ästhetischen Behandlungen als Geschenk.

Der Ethik Kodex ist seit Anfang Oktober in Kraft und kann auch auf der Website der Gesellschaft unter www.plastischechirurgie.org eingesehen bzw. heruntergeladen werden.

Download: Ethik-Kodex der ÖGPÄRC


Über die ÖGPÄRC
Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie ist die offizielle standespolitische Vertretung der FachärztInnen für Plastische Chirurgie. Jeder Facharzt und jede Fachärztin für Plastische Chirurgie unterzieht sich nach seinem/ihrem Medizinstudium einer sechsjährigen Ausbildung an einer vom Gesundheitsministerium definierten und zugelassenen Ausbildungsstätte. Aufgrund des extrem breiten Spektrums ist es eine Notwendigkeit und Verpflichtung spezielle Techniken (wie z.B. Hauttransplantationen, Mikrochirurgie) zur Durchführung verschiedenster Eingriffe zu erlernen. Neben dem medizinisch technischen Know-how müssen die Plastischen Chirurginnen und Chirurgen auch über gezieltes psychologisches Einfühlungsvermögen verfügen.

Homepage: www.plastischechirurgie.org
ÖGPÄRC Patienten-Hotline: 0820 820 600.

 

Nähere Informationen, Interviewanfragen und Fotowünsche:

ÖGPÄRC-Pressestelle:
Fischill PR
,
Kochgasse 4, 1080 Wien
Tel. 01/408 68 24-15,
office@fischill.at, www.fischill.at

 

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