Brustimplantate

Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) verfolgt seit vielen Jahren regelmäßig alle Studien zur Sicherheit von Brustimplantaten.
Die in den letzten Tagen vorgestellte Studie der Universität Wien schließt wie schon andere Studien zuvor, einen direkten Zusammenhang zwischen der Entstehung einer extrem seltenen Krebsform (ALCL =Anaplastic Large Cell Lymphoma) und Brustimplantaten nicht aus. Bereits im Oktober 2014 hatte eine internationale Autorengruppe, unter Beteiligung des Wiener Pathologen Lukas Kenner festgestellt, dass Brustimplantate durch bösartige Veränderungen im Narbengewebe das großzellige anaplastische Lymphom (Anaplastic Large Cell Lymphoma, ALCL) auslösen könnten. Es ist eine aggressive, aber äußerst seltene Lymphomform. Das Forscherteam analysierte dafür zahlreiche weltweit verfügbare Studien und Daten.
Da diese Erkrankung nur in 1-6 Fällen pro 3 Millionen Implantatträgerinnen im möglichen Zusammenhang gesehen wird, sind ausgedehnte Forschungen in dieser Richtung weiter notwendig.
Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) unterstützt daher auch jede Untersuchung, sieht aber auf Grund der extrem seltenen und noch nicht im Detail geklärten Erkrankung zum derzeitigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit, eine allgemeine Warnung auszusprechen. Mögliche Patientinnen sollten aber auf das extrem niedrige Risiko hingewiesen werden, dass Implantate eine geringe Gefahr darstellen.
Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive
Chirurgie (ÖGPÄRC) führt seit 1996 ein freiwilliges, anonymisiertes Silikonimplantatregister. In diesem Register ist derzeit kein Fall eines ALCL dokumentiert. Da dieses Register allerdings nicht verpflichtend ist, sind nicht alle Implantate in Österreich dokumentiert. Es ist daher zum wiederholten Male zu empfehlen, eine gesetzliche Verpflichtung zur zentralen Dokumentation zu erlassen. Das bestehende Silikonimplantatregister steht grundsätzlich allen Ärzten offen, die Eingabe ist unkompliziert und würde die Erhebung entsprechender Daten und daraus abzuleitender Maßnahmen wesentlich erleichtern.